Synergetische Gebäudehülle
Auf der BAU wurde ein neues Komplettsys-tem für die effiziente Energieversorgung von Gebäuden vorgestellt: aktivierte Thermowände und ein Energiedach. Dafür liefert der Betonfertigteilehersteller SySpro Betonwand-elemente als Speichermedium für Geo-
thermie; der Photovoltaik-Spezialist PA-ID steuerte PVT-Module bei, die Photovoltaik und Solarthermie vereinen und vom Dachziegelhersteller Nelskamp als ganzheitliche Dachlösung unter dem Namen Energiedach vermarktet werden; die Hautec-Firmengruppe ergänzt das intelligente Energiekonzept mit seiner Wärmepumpenkompetenz. Durch die Partnerschaft der vier Unternehmen steht ein Gesamtenergiekonzept zur Verfügung, das sowohl Dach und Wand für die Energiegewinnung nutzt. Durch die synergetische Konzeption von geothermischer und solarer Energie kann dabei weitestgehend auf fossile Energieträger verzichtet werden.
Basis ist eine massive Thermowand aus Betonfertigteilen mit Kerndämmung. In diese werden Rohrregister aus Kunststoff eingelegt, durch die ein Sole-Wasser-Gemisch strömt. Befinden sich die Register in der Kelleraußenschale, kann Erdwärme in Verbindung mit einer Wärmepumpe als Heizenergie genutzt werden. Sind die Rohrregister in der Fassadenaußenschale integriert, nehmen sie die Strahlungswärme der Sonne auf und funktionieren ähnlich wie Flach- bzw. Röhrenkollektoren. Weitere Rohrregister in den Betondecken übernehmen als Betonkernaktivierung die Heizung und Kühlung im Gebäude. Sie arbeiten nach dem Strahlungsprinzip und ermöglichen Energieeinsparungen durch geringe Vorlauftemperaturen.
Zusätzlich produziert ein hocheffizientes Energiedach mit 2Power-Modulen der PA-ID GmbH Strom und Wärme aus Solarenergie. Die 2Power-Module vereinen Photovoltaik und Solarthermie in einem Bauteil. Aus der Tatsache, dass ein PV-Modul im Sommer bis zu 80 °C heiß werden kann, wurde die naheliegende Idee verfolgt, diese Energie auch zur Gebäudeheizung und zur Brauchwassererwärmung einzusetzen. Bei 2Power fließt daher eine Solarflüssigkeit durch einen an der Rückseite des Moduls befindlichen Vollflächen-Absorber. Die Flüssigkeit nimmt diese Energie auf und gibt sie an den Wärmetauscher im Schichtenspeicher wieder ab. Der positive Nebeneffekt ist: Die PV-Module bleiben kühler als bei konventionellen Anlagen, da die Wärme in den Speicher fließt – das steigert den Stromgewinn. Denn: Je
kühler eine PV-Anlage, desto höher der Wir-
Zusammen mit den aktivierten Betonbauteilen und einer strombetriebenen Wärmepumpe können mit diesem abgestimmten Komplettsystem Energie-Plus-Konzepte bzw. eine vom Netz unabhängige Strom- und Warmwasserversorgung realisiert werden.