Manches abzuschauen
Das „Louisiana“, ein Museum nördlich von Kopenhagen, ist legendär wegen seiner Architektur, der Platzierung in der Landschaft, aber auch wegen einiger Ausstellungen, die zunehmend – so scheint es – das Thema Architektur im Fokus haben. Eine Reise dorthin lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Nun gibt es dort mit „Architecture Connecting: Living Structures” eine neue Ausstellungsserie, die mit ihrem Auftakt drei Architekturbüros vorstellt, deren unterschiedliche Herangehensweise an Raumbildung mittels biologischer und biochemischer Prozesse im Museum präsentiert werden. Oder, abstrahiert und zugleich erweitert in dem schön gemachten Katalog, der hier vorliegt. Die drei Büros, deren Arbeiten gezeigt werden, sind ecoLogicStudio, Atelier LUMA und Jenny Sabin Studio. Positionen, die wenig bekannt sind, was deren Avantgardesein geschuldet ist und unserer Horizontbreite.
Von der natürlichen Verbindung des Menschen zur lebenden Umwelt ausgehend, entwickeln die Büros (gar nicht einmal so neue) Methoden, um die Architektur wieder zu einem integralen Bestandteil des Ökosystems Erde werden zu lassen. Da finden sich Kreislaufgedanken neben ästhetischen Problemstellungen im Umgang mit dem Organischen. Ganz baupraktische, einfache Konzepte sind ebenso Teil der Arbeit wie abstrakte Figurationen; seien diese nun virtuell und datenbasiert, seien sie gebaute Skulpturen oder Rauminventare, die zu uns sprechen.
Der spannendste Ort in dieser auf unterschiedlichen Papieren gedruckten Präsentation sind die Gespräche mit den Architektinnen, in denen es um das Werden geht, das Eigene, wie das der uns gezeigten Arbeits- und Denkwelten.
Ob das alles unbedingt etwas Neues ist, muss bezweifelt werden. Neu und aufregend allerdings ist die Entdeckung dieser drei Kreativbüros, von denen manches abzuschauen ist. Be. K.