Kunst am (Schloss)Bau ausgelobt
„Die Idee, ein internationales Kulturzentrum mit großen Sammlungen aus kolonialen Kontexten hinter rekonstruierten Schlossfassaden einzurichten, ist stets umstritten geblieben“, so die Ausloberin des aktuellen Kunst-am-Bau-Wettbewerbs, die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss. Um nun nach außen deutlich zu machen, dass das Barocke nur ein Anschein ist, im Inneren dagegen Zeitgenössisches in Denken und Handeln vollzogen wird, wurde nun der „abschließende siebte Kunst-am-Bau-Wettbewerb“ für einen kleinen Fassadenabschnitt der Schloss-Resurrektion ausgelobt. Aufgabe des Wettbewerbs ist es, durch eine Kunst-am-Bau-Arbeit an der nördlichen Giebelseite der zeitgenössischen Fassade „den programmatischen Anspruch des Humboldt Forums und seiner hier versammelten Akteure für eine breite Öffentlichkeit sichtbar werden zu lassen.“ Ferner soll, so die Stiftung, „das Kunstwerk dazu beitragen, das durch Rekonstruktionen monarchischer Elemente geprägte Umfeld des Lustgartens und der Straße Unter den Linden als Teil eines demokratischen, vielfältigen und offenen Raums zu markieren, bei Bedarf auch in kritischer Reflektion mit den Barockfassaden.“ Inwieweit die Bauherrin hier auf Ergebnisse des Wettbewerbs der „Inititiative Schlossaneignung“ reagiert, darf sich jeder selbst vorstellen.
Die Realisierungssumme beträgt 120 000 € (inkl. MwSt.), Einreichung von Vorschlägen professioneller Künstlerinnen sind bis zum 16. April 2025, 16:00 Uhr möglich. Der Juryentscheid kommt am 4./5. Juni 2025, anschließend gibt es eine Ausstellung der Beiträge. Wir sind gespannt! Be. K.