Pilotprojekt „Holz, Ziegel, Lehm” in Berlin
Britz hat einen guten Klang unter Architekten und Städtebauern, hier liegt Bruno Tauts und Lambrecht Migges Hufeisensiedlung, ein herausragendes Zeugnis des Neuen Bauens. Das weiß auch Bezirksbürgermeister Martin Hikel und legt mit dem Verweis auf jenes Musterbeispiel die Messlatte für das Pilotprojekt „Holz, Ziegel, Lehm“ nicht zu niedrig. Mit den beiden „Nachhaltigkeitspiloten“, deren Rohbau-Fertigstellung am 5. März 2025 gefeiert wurde, will Berlin seine Nachhaltigkeitsambitionen in Sachen Wohnungsbau unter Beweis stellen. Entstehen werden 36 Mietwohnungen, davon 18 barrierefrei und sechs gefördert in zwei typengleichen, fünfgeschossigen Baukörpern. Den Unterschied macht das Material: Ein Haus entsteht in Holz-Lehm-Bauweise, eins in Ziegel-Lehm-Bauweise, beide verzichten auf aufwändige TGA.
Um der Performanz der Lowtech-Bauweise auf den Grund zu gehen, wird das Projekt in der Bauphase und den ersten Betriebsjahren von den TUs Stuttgart, Berlin und Braunschweig begleitet. Beteiligt an dem Projekt waren viele, allen voran die ARGE von Bruno Fioretti Marquez BFM und ZRS Architekten Ingenieure, beide Berlin, und nicht zuletzt die städtische Wohnbau-Gesellschaft mbH Stadt und Land. Diese beweist mit dem Projekt den Mut, den es brauchen wird, wenn das Bauen in Zukunft ressourcen- und klimaschonender werden soll.
Auch der Berliner Senat und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt haben ihren Anteil und steuern eine Förderung bei, um die doch etwas überdurchschnittlichen Baukosten zu kompensieren. Die Teuerung liegt beispielsweise an den Lehmbauplatten, berichtet Eike Roswag-Klinge von ZRS, da bei diesen noch der industrielle Produktionsmaßstab fehlt, der eine Leistbarkeit ermöglicht. Dass es um Zahlen gehen wird, stellt auch Piero Bruno von BFM klar, wobei er die Effizienz lieber „qualitativ statt quantitativ“ bemessen möchte. Am Ende wird es auf beides ankommen. Hoffen wir das Beste! H. R.